Was ist CML?
Die CML ist durch das Vorhandensein des Philadelphia (Ph)-Chromosoms gekennzeichnet.Das Ph-Chromosom und das BCR-ABL-Gen
Die CML steht im Zusammenhang mit einem Gen, das als BCR-ABL bezeichnet wird. Dieses Gen entsteht durch die Kombination von zwei normalen Genen, BCR und ABL.
Bei dieser genetischen Abnormalität handelt es sich um eine reziproke Translokation, die zwischen Chromosom 9 und Chromosom 22 stattfindet. Bei der CML brechen Teile der Chromosomen 9 und 22 ab und tauschen Plätze. Das führt zu einem verkürzten Chromosom 22, das als Ph-Chromosom bezeichnet wird.
Von dem daraus resultierenden BCR-ABL-Hybridgen kann ein neues Protein abgelesen werden, die BCL-ABL-Tyrosinkinase. Dieses Protein ist konstitutiv aktiviert und führt zu einem unkontrollierten Wachstum myeloischer Zellen mit einem Überschuss von nicht endgültig differenzierten Zellen, sogenannten Blastenzellen, im Blutkreislauf.
Die Ursache dieser Chromosomenveränderung ist in den meisten Fällen nicht bekannt, bzw. nicht zu eruieren. In sehr wenigen Fällen kommt als Ursache ein Strahlenunfall (Ionisierende Strahlung) oder auch Benzol in Betracht.
Insgesamt lassen sich drei Phasen der CML unterscheiden:
Die erste Phase, die sogenannte chronische Phase, lässt sich therapeutisch gut beeinflussen und hält selbst unbehandelt im Median 4 bis 5 Jahre an. Sie ist charakterisiert durch eine myeloide Hyperplasie mit massiver Ausschwemmung ausreifender, funktionell normaler granulozytärer Zellen, die im Blutbild nachgewiesen werden können. Milz und Leber sind durch die Infiltration mit leukämischen Zellen teilweise deutlich vergrößert.4,7
Meist nur 6 bis 18 Monate dauert die sich anschließende Akzelerationsphase.1 Diese ist gekennzeichnet durch steigende Leukozytenzahlen trotz Therapie, persistierendes Fieber, einen zunehmenden Gewichtsverlust, einen Rückgang der Thrombozytenzahl (<100.000 µ/l), Anämie und eine zunehmende Milzvergrößerung. Darüber hinaus steigt der Anteil der Basophilen und Eosinophilen im Blut, die Knochenmarkfibrosierung und Chromosomenaberrationen nehmen zu.4
Im terminalen Stadium, der nur wenige Monate andauernden* und therapeutisch schwer zu beeinflussenden Blastenphase bzw. Blastenkrise, lassen sich vermehrt Blasten im peripheren Blut und im Knochenmark sowie extramedulläre blastäre Infiltrationen finden. Klinisch ähnelt die CML in dieser Phase einer akuten Leukämie.4,7
* Die Angaben zur Dauer beziehen sich auf die unbehandelte CML.
Literatur:
1 Robert Koch-Institut: Krebs in Deutschland 2003 – 2004. Häufigkeiten und Trends. Eine gemeinsame Veröffentlichung des Robert Koch-Instituts und der Gesellschaft der epidemiologischen Krebsregister in Deutschland e. V. 2008, 6. überarbeitete Auflage.
4 Dempke W (Herausgeber). Chronische Myeloische Leukämie. Vorabdruck aus: Lehrbuch Hämatologie-Onkologie. Verlag Hans Huber, Bern.
7 Schafhausen P et al. Dasatinib. Tyrosinkinase-Hemmer bei chronischer myeloischer Leukämie (CML) und Philadelphia-Chromosom-positiver akuter lymphatischer leukämie (Ph+ALL). Arzneimitteltherapie 2007, 25: 398-406.
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