Chronische Myeloische Leukämie
Leukämie (Blutkrebs) ist eine bösartige Erkrankung. Das Wort Leukämie bedeutet weißes Blut. Es kommt zu einer krankhaften Vermehrung der weißen Blutkörperchen (Leukozyten).
Es gibt mehrere verschiedene Arten der Leukämie, sie werden nach Zelltyp und Geschwindigkeit der Krankheitsprogression eingeteilt. Was den Zelltyp anbelangt, so kann die Krankheit in zwei große Gruppen eingeteilt werden:
- Myeloische Leukämie – betrifft die Granulozyten (Neutrophile, Eosinophile und Basophile) und Monozyten
- Lymphatische Leukämie – betrifft die Lymphozyten, entsteht im Knochenmark
Was den Krankheitsverlauf anbelangt, so können sowohl die myeloische als auch die lymphatische Leukämie akut oder chronisch sein.
Innerhalb der Bezeichnungen myeloisch/lymphatisch und akut/chronisch gibt es 4 große Kategorien von Leukämie:
- Akute lymphatische Leukämie (ALL)
- Akute myeloische Leukämie (AML)
- Chronische lymphatische Leukämie (CLL)
- Chronische myeloische Leukämie (CML)
Diese Form der Leukämie wird in erster Linie als Erwachsenenkrankheit betrachtet, wobei 85% aller davon betroffenen Patienten über 30 Jahre alt sind. Die CML gehört entsteht durch die maligne Entartung einer Stammzelle. Bei mehr als 90 Prozent der Erkrankten findet sich dabei ein sogenanntes Philadelphia-Chromosom, eine Veränderung im Genom, bei dem ein Abschnitt der DNA-Sequenz von Chromosom 22 auf das Chromosom 9 übertragen wird. Gekennzeichnet ist die CML ist durch den langsamen Beginn einer chronischen Phase mit unspezifischen Symptomen. Anschließend folgt eine akzelerierte Phase und danach die Blastenkrise. Letzteres ist die akute lymphatische Leukämie.
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Weltweit erkranken jedes Jahr 1-2 Menschen von 100.000 an Leukämie. In Deutschland erkranken jährlich rund 9100 Menschen, Männer etwas häufiger als Frauen. Wesentliche regionale oder ethnische Unterschiede sind bei der Erkrankung nicht erkennbar.
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Die CML wird meist in der chronischen Phase diagnostiziert. Die Symptome beginnen schleichend. 20-40% der Patienten sind bei Diagnosestellung asymptomatisch und die Diagnose basiert auf einer zufällig entdeckten Leukozytose. In der chronischen Phase können die Patienten Allgemeinsymptome wie Müdigkeit und Gewichtsverlust oder Symptome durch eine eventuell vorhandene Vergrößerung der Milz aufweisen.
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Die Behandlung der CML hat sich in den letzten 50 Jahren beträchtlich weiterentwickelt. Knochenmarktransplantation wurde in den späten 1970ern zum ersten Mal zur Behandlung der CML eingesetzt und in den frühen 1980ern wurde zum ersten Mal über die Wirksamkeit von Interferon-alpha (IFN-a) bei der CML berichtet. Seit es die ersten Tyrosinkinaseinhibitor (TKI) gibt, hat sich die Behandlungsmöglichkeit für Patienten mit CML drastisch verändert.
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