Epidemiologie
Weltweit waren im Jahr 2008 schätzungsweise 40,3 Millionen Menschen mit HIV infiziert. Die HIV-Prävalenz betrug bei Erwachsenen im Alter von 15-49 Jahren durchschnittlich 1%, erreichte jedoch in Ländern Südafrikas Maximalwerte von 20-30% (z.B. Szwasiland 33,4%). Die Zahl der Neuinfektionen wurde von UNAIDS 2007 auf 2,5 Millionen und die der AIDS-bedingten Todesfälle auf 2,1 Millionen geschätzt. In einigen Regionen weltweit sind die Inzidenzen inzwischen rückläufig, in anderen steigen sie jedoch nach wie vor. So stellt Afrika noch immer das Epizentrum der HIV-Pandemie dar - vor allem in Südafrika breitet sich diese weiterhin aus. Auch in anderen Regionen, beispielsweise einigen Ländern Asiens (vor allem China, Indonesien, Papua-Neuguinea and Vietnam) sowie Osteuropas und Zentralasiens (vor allem Ukraine und Russland) schreitet die Epidemie weiter voran.
HIV in Deutschland
In Deutschland lebten Ende 2007 nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) etwa 59.000 Menschen mit einer HIV-Infektion. Die Zahl der HIV-Neuinfektionen belief sich 2007 auf 2.752. Im Vergleich zu 2006 (2.643) stieg sie um 4% und stabilisierte sich demnach laut RKI auf hohem Niveau. Insgesamt hat die Neuinfektionsrate 2001-2006 um 81% zugenommen. Einen Teil dieses Anstiegs führt das RKI allerdings auf eine verbesserte Diagnose der Neuinfektionen zurück, sodass sich die tatsächliche Zunahme in dieser Zeit vermutlich nur auf schätzungsweise 40% beläuft.
Von den Neuinfektionen waren homosexuelle Männer (61%) am stärksten betroffen, gefolgt von heterosexuellen Personen, die nicht aus Hochprävalenzländern stammen (17%), Personen aus Hochprävalenzländern (14%) und i.v.-Drogenkonsumenten (7%). Der größte Anstieg gegenüber 2005 ließ sich bei i.v.-Drogenkonsumenten (15%), homosexuellen Männern (9%) und heterosexuellen Personen, die nicht aus Hochprävalenzländern stammen (9%), beobachten.
Bei Frauen betrug die Zahl der Neuinfektionen in den letzten Jahren konstant etwa 400-500. Ihr Anteil an den Neuinfektionen lag 2006 bei 19% und war damit - im Gegensatz zur weltweiten Entwicklung - eher rückläufig: 2000 traten noch 26% der Neuinfektionen bei Frauen auf. 19 Fälle der 2006 diagnostizierten HIV-Infektionen (1%) betrafen Kinder oder Jungendliche - in der überwiegenden Mehrheit waren sie auf eine Übertragung des HI-Virus von der infizierten Mutter auf ihr Kind zurückzuführen.
AIDS in Deutschland
Das klinische Vollbild einer AIDS-Erkrankung haben in Deutschland seit 1982 insgesamt 26.013 HIV-Infizierte entwickelt - 2006 registrierte das RKI 647 neue Fälle. Sie betrafen zu 83% Männer, wobei homosexuelle Männer die größte Gruppe bildeten. Bei den 17% Frauen stellten hingegen Personen aus Hochprävalenzländern die größte Gruppe dar.
Effektive Therapie zeigt Erfolg
Die Verbesserungen in der HIV-Therapie haben nach 1996 zu einem deutlichen Rückgang der Sterblichkeit an AIDS, einer Verbesserung der Lebensqualität von HIV-Infizierten und einer Verlängerung der Überlebensdauer geführt. So stieg das mittlere Sterbealter der HIV-Infizierten in Deutschland von 40 Jahren (1991) auf knapp 48 Jahre (2005), wobei der größte Sprung 1998–2000 erfolgte.
Quellen:
2007 Report on the global AIDS epidemic. UNAIDS. May 2007.
Epidemiologisches Bulletin. Sonderausgabe A. Robert Koch-Institut. 02. Mai 2008.
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