HIV-Diagnostik
Die HIV-Infektion wird in der Regel indirekt, über virusspezifische Antikörper nachgewiesen. Diese sind als Bestandteile der humoralen Immunantwort bei nahezu allen HIV-Infizierten vorhanden und reflektieren die chronisch-aktive HIV-Infektion. Darüber hinaus ist auch ein direkter Nachweis der HIV-Infektion möglich: So lassen sich das infektionsfähige Virus (mittels Zellkultur), virale Antigene (p24-Antigen-ELISA) und die virale Nukleinsäure (HIV-NAT = Nucleic Acid Testing) bestimmen.
HIV-Antikörper-Diagnostik
Nach der HIV-Exposition dauert es in der Regel ein bis drei Monate, bis die spezifischen Antikörper im Serum auftreten ("diagnostische Lücke", "diagnostisches Fenster"). Der Umschlag von negativ nach positiv wird als "Serokonversion" bezeichnet. Fällt ein HIV-Antikörpertest drei Monate nach einer möglichen Exposition negativ aus, kann nach heutiger Kenntnis eine Infektion mit großer Sicherheit ausgeschlossen werden. Sind bei einem negativen Testergebnis seit der möglichen Exposition weniger als drei Monate vergangen, muss der Test später wiederholt oder ggf. das Virus direkt nachgewiesen werden.
Der HIV-Antikörper-Nachweis erfolgt in zwei Schritten, um die Sicherheit zu erhöhen. Den ersten Schritt stellt der hochsensitive Antikörper-Suchtest dar. Er ermittelt mit Hilfe eines ELISA (Enzyme-Linked Immunosorbent Assay) oder eines vergleichbaren Tests, ob im Serum/Plasma des Patienten Antikörper gegen virale Antigene vorliegen. (s. auch HI-Virus)
Im zweiten Schritt wird bei einem positivem Ergebnis mit einem hochspezifischen Bestätigungstest die Spezifität des Antikörpers überprüft. Diese Bestätigung erfolgt mit Hilfe eines Immunoblots oder Westernblots.
Nachweis von Antikörpern und p24
Da bereits einige Tage vor den spezifischen anti-HIV-Antikörpern das p24-Antigen im Serum als Marker für die Virämie vorliegt und mit Auftreten der spezifischen Antiköper in der Regel wieder verschwindet, weisen die auf dem Markt befindlichen HIV-Tests der 4. Generation zusätzlich zu den anti-HIV-Antikörpern auch p24 nach, um die diagnostische Lücke zu verkleinern. An dem Ergebnis lässt sich jedoch in der Regel nicht ablesen, welche der beiden Komponenten für ein positives Ergebnis verantwortlich ist. Daher muss ein direkter Virusnachweis erfolgen bzw. der Test später wiederholt werden, wenn nach einem positiven Ergebnis dieses Suchtests der Bestätigungstest anhand des Westernblots negativ ausfällt.
Warnung vor Schnelltests
Es gibt es eine Reihe von HIV-Schnelltests, die das Ergebnis meistens in 15 bis 30 Minuten liefern. Sie sind über das Internet erhältlich, jedoch in Deutschland nicht verkehrsfähig und verfügen auch nicht über die sogenannte CE-Kennzeichnung. Das Robert Koch-Institut rät dringend vom Einsatz derartiger Tests ab. Die Verlässlichkeit sei nicht gewährleistet und insbesondere positive Ergebnisse bedürften unbedingt einer fachkundigen Kontrolle durch ein Labor, das CE-gekennzeichnete Tests einsetze, so die Warnung. Zudem bergen die Schnelltests die Gefahr einer unsachgemäßen Verwendung ohne entsprechende Aufklärung, Beratung und Betreuung.
Weitere Tests für die Therapiekontrolle
Neben der Viruslast im Blut sind die Anzahl der CD4-Helferzellen bzw. ihr Anteil an den T-Lymphozyten und das Ausmaß der Immunsystemaktivierung wichtige prognostische Faktoren für den Verlauf der Erkrankung und die Wirksamkeit der Therapie. Zur Klärung eines unzureichenden therapeutischen Ansprechens oder eines Therapieversagens können darüber hinaus die Bestimmung von Medikamentenspiegeln im Plasma bzw. Resistenztestungen indiziert sein.
Nach Informationen von:
HIV/AIDS. RKI-Ratgeber Infektionskrankheiten – Merkblätter für Ärzte. Stand: 27.01.2006
HIV.NET 2007. hrsg. von Christian Hoffmann, Jürgen Rockstroh, Bernd Sebastian Kamps www.hiv.net
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