Vorbeugung und Behandlung venöser Thromboembolien

Was ist eine venöse Thromboembolie (VTE)?
Eine venöse Thrombose entsteht, wenn ein Blutgefäß, insbesondere eine Vene durch ein Blutgerinnsel verengt oder verstopft wird. Bei einer venösen Thrombose können zwei unterschiedliche Krankheitsbilder auftreten: die tiefe Venenthrombose (TVT) oder die Lungenembolie (LE).

Wie kommt es zu einer venösen Thromboembolie (VTE)?
Thrombosen treten dann auf, wenn sich in einer Ader (Blutgefäß) ein Blutgerinnsel bildet, das den Blutfluss hemmt. Wenn das Blutgerinnsel in einer Vene entsteht, spricht man auch von venöser Thrombose. Wird das Blutgerinnsel (Thrombus) mit dem Blutstrom fortgeschwemmt, kann es in anderen Körperbereichen Blutgefäße blockieren und dort zu einem Gefäßverschluss führen (venöse Thromboembolie). Bei einer venösen Thromboembolie entstehen solche Gerinnsel meistens in den tiefen Bein- und Beckenvenen. Verursacht werden diese Gefäßverschlüsse durch die Blutgerinnung, die den Körper normalerweise bei Verletzungen vor Blutungen schützen soll. In verschiedenen Situationen kann sich aber auch ohne äußere Verletzung ein Blutgerinnsel bilden, das dann ein Blutgefäß verstopft und ernsthafte gesundheitliche Folgen mit sich bringen kann.

Verschiedene Faktoren können dabei die Blutgerinnung beeinflussen und somit eine venöse Thromboembolie begünstigen:1

  • verlängerte Ruhephasen (z.B. nach Entbindungen oder Bettlägerigkeit),
  • Schäden an der Venenwand (z.B. durch Operationen),
  • Veränderungen der Bluteigenschaften (z.B. hormoneller Natur oder durch erhöhte Gerinnungsfähigkeit).

Allerdings erleiden etwa 40 Prozent aller Thrombosepatienten eine Thrombose ohne erkennbaren Auslöser.2

Tiefe Venenthrombose
Bei der tiefen Venenthrombose wird eine tiefe Vene (meist im Bein, seltener auch im Arm oder Becken) teilweise oder vollständig von einem Blutgerinnsel verschlossen, wodurch der Blutfluss beeinträchtigt oder ganz verhindert wird.3 Äußern kann sich die tiefe Venenthrombose durch Schmerzen, Schwellungen und Spannungsgefühl.4,5,6

Lungenembolie
Als Folge einer tiefen Venenthrombose tritt häufig eine Lungenembolie auf. Hierbei kommt es zu einem Verschluss der Lungenarterie durch ein Gerinnsel, das sich gelöst hat und mit dem Blut über den rechten Vorhof des Herzens in die Lunge gelangt, wo es für die Atmung lebensnotwendige Gefäße verschließt.1,2 Bei der Behandlung einer tiefen Venenthrombose ist daher die Vorbeugung einer Lungenembolie ein zentrales Ziel, da diese häufig zu einem vorzeitigen Tod führen kann. Schmerzen beim Einatmen oder Luftnot, zusätzlich zu den Beinbeschwerden einer tiefen Venenthrombose, können auf eine mögliche Lungenembolie hindeuten.2

Was sind geeignete Behandlungs- und Vorsorgemaßnahmen?
Bei venösen Thromboembolien ist die Gabe von gerinnungshemmenden Medikamenten ein wesentlicher Grundpfeiler der Akutbehandlung, um ein Blutgerinnsel aufzulösen. Zudem ist die Fortsetzung der Behandlung wichtig, um einer erneuten Bildung von Blutgerinnseln vorzubeugen.

1Haas S (Hrsg.). Prävention von Thrombosen und Embolien in der Inneren Medizin. Möglichkeiten und Vorzüge von niedermolekularen Heparinen. 2005. Springer Medizin Verlag Heidelberg.
2Nach Informationen der Deutschen Gesellschaft für Angiologie – Gesellschaft für Gefäßmedizin e. V.; online publiziert unter www.dga-gefaessmedizin.de. Stand: Juni 2014.
3Tapson VF. N Engl J Med 2008; 358:1037-1052.
4Moll S. Arterioscler Thromb Vasc Biol 2008; 28(3):373-379.
5Deep Vein Thrombosis (DVT) / Pulmonary Embolism (PE) - Blood Clot Forming in a Vein. Centers for Disease Control and Prevention. Online publiziert unter http://www.cdc.gov/ncbddd/dvt/ facts.html. Stand: Juni 2014.
6Goldhaber SZ. Pulmonary Embolism. In: Bonow RO et al. Braunwald's Heart Disease: A Textbook of Cardiovascular Medicine, 9th ed. Philadelphia, PA: Elsevier, 2012.