HIV/AIDS

Die Übertragung des HI-Virus kann durch ungeschützten Geschlechtsverkehr mit einem infizierten Partner/einer Partnerin sowie gemeinsamer Benutzung von Spritzenutensilien bei Drogenabhängigen und während der Schwangerschaft und Geburt bei einer HIV-infizierten Frau erfolgen. Die HIV-Infektion wird in der Regel über virusspezifische Antikörper nachgewiesen, die drei Monate nach der Exposition im Serum auftreten (HIV-Test).

Unbehandelt verläuft die HIV-Infektion von der Ansteckung bis zum Ausbruch von AIDS in vier Stadien, in denen unterschiedliche, oft unspezifische Symptome auftreten können. Häufig liegen zwischen den einzelnen Krankheitsphasen lange Zeiten mit völliger oder weitgehender Beschwerdefreiheit.1

Die Behandlung der HIV-Infektion ist seit über 20 Jahren einem ständigen Wandel unterzogen. Galt die Erkrankung zu Beginn der HIV-Epidemie noch als sicheres Todesurteil, kann heute dank moderner antiretroviraler Medikamente die HIV-Infektion so kontrolliert werden, dass es nicht zur Entwicklung von AIDS kommt. Die HIV-Infektion ist damit eine chronische, behandelbare Krankheit geworden.

Ziel der Therapie ist es, die Replikation der HI-Viren zu hemmen, um damit die Schädigung und Schwächung des Immunsystems zu unterbinden. Dafür wird die hochaktive antiretrovirale Therapie (HAART; highly active antiretroviral therapy) eingesetzt, in der man mindestens drei verschiedene Wirkstoffe mit jeweils anderer Wirkungsweise miteinander kombiniert.2 Heute stehen für die HAART eine Vielzahl von Einzel- und Kombinationsmedikamente aus verschiedenen Wirkstoffklassen zur Verfügung, bei denen im Vergleich zu den ersten Medikamenten sowohl die Einnahmemodalitäten (Tablettenzahl, Nahrungsrestriktionen, Einnahmefrequenz etc.) als auch die Verträglichkeit verbessert werden konnten. Ihr optimaler Einsatz (Beginn der Therapie, Kombinationen, Erfolgskontrolle, Therapieumstellung etc.) ist sehr komplex und berücksichtigt zunehmend die individuelle Situation des Patienten.

Eine HIV-Infektion ist heute eine gute behandelbare Erkrankung – bei normaler Lebenserwartung. HIV.de gibt einen Überblick über die Symptome, Therapie und ein Leben mit der Infektion.


www.hiv.de

1Blattner WA et al., 1997.
2Kirk O, Mocroft A, Katzenstein TL, et al., Changes in use of antiretroviral therapy in regions of Europe over time; AIDS 1998, 12: 2031-9.